Kontensperre

Bei Kontenpfändung zahlt die Bank in der Regel kein Geld mehr an den Kunden. Auf gleichem Weg erzwingt sie oft die Rückzahlung von gekündigten Darlehen und Überziehungskrediten.

Pfändet ein Gläubiger das Konto, d.h. die gegenwärtigen und zukünftigen Auszahlungsansprüche des Schuldners gegenüber der Bank, darf diese an ihren Kunden nicht mehr auszahlen. Sie führt auch keine Überweisungen mehr aus.

Wenn der Schuldner die Auszahlung des Kontoguthabens an den Gläubiger vermeiden will, hat er nur zwei Wochen Zeit. Er muss dann schnellstmöglichst einen Pfändungsschutzantrag bei dem Vollstreckungsgericht stellen. Das Gericht wird dann den zur Existenzerhaltung notwendigen Betrag freigeben. Dieser Pfändungsfreibetrag muss dann von der Bank an den Schuldner ausgezahlt werden. Das gilt auch für Selbstständige.

Tipp:

Erstrecken Sie den Pfändungsschutzantrag auch auf die Folgemonate!

Der Antrag gilt aber immer nur für einen Gläubiger, pfänden andere muss ein neuer Pfändungsschutzantrag gestellt werden.

Verrechnet die Bank das Kontoguthaben des Schuldners mit eigenen Forderungen, ist sie hieran durch kein Gesetz gehindert. Die Rechtsprechung hat hier jedoch korrigierend eingegriffen und festgestellt, dass in analoger Anwendung der Pfändungsschutz für Sozialleistungen entsprechend § 55 SGB gilt. Dies bedeutet, dass Sozialleistungen auf Verlangen des Schuldners an diesen auszuzahlen sind. Der Schuldner muss dies jedoch innerhalb von 7 Tagen nach Gutschrift auf dem Konto beanspruchen.

Immer öfter bestimmen die Gerichte auch bei eigenen Forderungen der Banken, dass nicht nur die Sozialleistungen, sondern auch der höhere Pfändungsfreibetrag von der Bank nicht einbehalten werden dürfen.

Tipp:

Informieren Sie sich bei drohenden Pfändungen in kurzen Abständen über den Kontostand und lassen Sie keine großen Guthaben entstehen. Beantragen Sie rechtzeitig Pfändungsschutz.

Wehren Sie sich gegenüber der Bank. Wenden Sie sich im Notfall an die zuständige Schlichtungsstelle.

Sie können die Pfändung des Kontos zumindest teilweise vermeiden, indem Sie noch schnell nach der Pfändung die Umwandlung des Kontos in ein Pfändungsschutzkonto bei der Bank beantragen.

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